Douro-Tal

Das Herz der Portweinregion - Pinhao im Douro-Tal

online seit 02.09.2018
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Die Anziehungskraft von Pinhao erschließt sich hauptsächlich durch seine traumhafte Lage an der Mündung des Pinhao-Flusses in den Douro und der Infrastruktur als Verkehrsknotenpunkt. Die erst 1991 zur Stadt ernannten Ortschaft beheimatet nicht mehr als 1000 Seelen, gehört aber dennoch zur bekanntesten der ganzen Region. Mein Kurzvideo zu Pinhao findet ihr übrigens auf meinem YouTube Kanal.

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Der schönste Flecken ist der kleine Hafen, an dem nur dann Hektik ausbricht, wenn gerade ein Flussdampfer anlegt. Gerade in der Zeit zwischen 12–17 Uhr können dann allerdings die Heerscharen von Tagestouristen das Idyll auch schnell zerstören. Direkt an der Uferpromenade kann man ansonsten nahezu stundenlang sitzen und die Gegend beobachten, ohne auch nur einen Moment der Langeweile verspüren zu müssen. Am Kai befindet sich auch die Anlegestelle für kurze Rundfahrten auf dem Douro.

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Das einzige sehenswerte Bauwerk im Ort ist das Bahnhofsgebäude mit seinen 24 blauen Azulejomotiven. Auch wenn die Azulejo-Kacheln in Portugal so häufig sind wie hierzulande ein Karree von Fachwerkhäusern, ist doch die hiesige Ansammlung mit typischen Motiven der Weinherstellung eine der schönsten ihrer Art. Auf der Liste der am meisten fotografierten Motive bei Touristen haben sie auf jeden Fall einen vorderen Platz. Dieser Bedeutung wurde ich mir erst richtig bewusst, als ich vor einigen Jahren vor dem Bahnhof auf ein Taxi wartete. Es war früher Nachmittag und die Sonne verrichtete ihr Tagwerk. Ich suchte Schatten an der Wand und döste ein wenig. Plötzlich scheuchte mich hektisch ein englischer Rentner mit Kamera um den Hals zur Seite. Kurz dachte ich, dass er mich darum bitten will, ein Foto von sich zu machen, aber dann wurde klar, dass er nur das Kachelmotiv ohne Beiwerk fotografieren wollte.

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Darüber hinaus gibt es in Pinhao mit der Quinta do Bomfim, dos Carvalhas, de la Rosa und da Roeda gleich mehrere fußläufig erreichbare Weingüter mit Besichtigungsmöglichkeit und eine gewisse Auswahl an Gastronomie und Herbergen. Das beste Restaurant im Ort ist die Cozinha da Clara auf Quinta de la Rosa Wer nur einen Snack und einen Kaffee trinken will, wird in den zahlreichen kleinen Bars am Hafen fündig. Bis vor wenigen Jahren wirkte der Ort noch verschlafen, doch heutzutage kommen zunehmend mehr Touristen an. Neben Peso da Regua hat sich Pinaho zur zweiten zentralen Anlaufstelle in der Gegend entwickelt. Natürlich haben auch die Geschäftsleute an der Hauptstraße rund um den Bahnhof, welche seit Jahren baufällig ist und mehr Schlaglöcher als manche Off-Road-Piste hat, davon Wind bekommen und versuchen, ihr Stückchen vom Kuchen zu erhaschen. Das Dargebotene an den meisten Souvenirständen ist Nippes und zielt auf anspruchslose Käufer ab. Auch das Angebot an Weinflaschen in den kleinen Läden ist schlichtweg überteuert und oftmals schlecht gelagert. Wenn Sie Portwein oder Wein erwerben möchten, dann empfehle ich, direkt in einem Weingut zu kaufen. Oberhalb von Pinhao gelegen ist der kleine Ort Casal de Loivos.

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Der Ausblick vom dortigen Aussichtspunkt (Miradouro) auf das Douro- Tal ist herausragend. Es fällt schwer, sich sattzusehen. Im Vordergrund überblickt man Pinhao und die direkt angrenzenden Quintas. Dem Auge des Betrachters bieten sich des Weiteren aufgrund einer Biegung des Flusses ein 270 Grad Panorama über den Douro und die sich am Südufer auftürmenden Weinbergsterrassen. Im Westen schlängelt sich der Fluss in Richtung Peso da Regua und scheint zwischen den Weinbergen zu verschwinden. Pinhao ist definitiv einer der besten Plätze für einen ersten Besuch im Douro-Tal oder wenn man nur einen Tag für einen Zwischenstopp auf einer Portugalrundreise Zeit hat! Mehr Infos über Pinhao und das ganze Douro-Tal findet ihr in meinem Reiseführer.

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